Unterstützung geben und erleben

„Junge Menschen, die ihre Smartphones, Apps und Social-Media-Kontakte haben, merken jetzt, wie wichtig persönliche Kontakte sind. Sie wollen sich endlich wieder umarmen, feiern und küssen können“, sagt der Jugendforscher Simon Schnetzer. Eine Erfahrung, die sicherlich nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Erwachsene derzeit machen. Dabei stellt sich die Frage, wie man eine solche Zeit nicht nur aushalten, sondern auch gestalten kann. Schnetzer fordert gerade im Hinblick auf die familiären Herausforderungen des digitalen Lernens: „Von der Schule oder von der Uni erfahren die jungen Menschen nur wenig Unterstützung. Sie müssen viel Selbstdisziplin aufbringen, in dieser Phase zu lernen. Hilfreich wäre es, wenn Bildungseinrichtungen Anleitungen zur Selbstorganisation geben würden.“

 

Wir versuchen dies, in unserem Online-Unterricht zu tun, wissen aber auch um die Begrenztheit dieser Bemühungen. Unser Sozialpädagoge Bernhard Hanisch bietet dazu Gesprächsangebote an, die Ihnen und euch durch die regelmäßigen Schulmails bekannt sind. Und Texte, wie dieser hier, versuchen, den Blick für die Realität Gottes und die Möglichkeiten des Glaubens in dieser Situation zu öffnen. Der Apostel Paulus, der ein bewegtes Leben mit Höhen und Tiefen hatte, schreibt im Philipperbrief (Kapitel 4, Verse 11 – 13):

 

Ich habe gelernt, in jeder Lage zurechtzukommen und nicht von äußeren Umständen abhängig zu sein: Ich kann Not leiden, ich kann im Wohlstand leben; mit jeder Lage bin ich vertraut. Ich kenne Sattsein und Hungern, ich kenne Mangel und Überfluss. Allem bin ich gewachsen durch den, der mich stark macht.

 

Der, der Paulus stark macht, ist Jesus Christus. Und Jesus kann das auch heute bei uns tun. Wir dürfen wissen, dass dies ein Prozess ist, der mit lernen und akzeptieren zu tun hat, aber auch mit verändern und gestalten unserer immer wieder neuen Lebenssituationen. Ich selbst bete gerne in solchen Zeiten das Gelassenheitsgebet, das dem amerikanischen Theologen Reinhold Niebuhr zugeschrieben wird:

 

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,

den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,

und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Einen Tag nach dem anderen zu leben,

einen Moment nach dem anderen zu genießen.

Entbehrung als einen Weg zum Frieden zu akzeptieren,

sie anzunehmen, wie Jesus es tat:

diese sündige Welt, wie sie ist,

und nicht, wie ich sie gern hätte,

zu vertrauen, dass Du alles richtig machen wirst,

wenn ich mich Deinem Willen hingebe,

sodass ich in diesem Leben ziemlich glücklich sein möge

und im nächsten Leben für immer überglücklich.

Amen.

 

Torsten Jäger